Toxoplasmosetest

Die statistisch häufig vorkommende Infektionskrankheit Toxoplasmose wird durch einen Parasiten (Toxoplasma gondii) hervorgerufen. Die Übertragung des Parasiten auf den Menschen erfolgt vor allem durch den Verzehr von rohen Fleischprodukten (roher Schinken, Salami, Fisch usw.) und Kontakt mit im Haushalt vorkommenden Tierkot (z.B. Katzenkot).
Da es sich um eine für die Mutter relativ harmlose Infektion handelt, bleibt die Krankheit bei den meisten Betroffenen unbemerkt und äußert sich höchstens durch grippeähnliche Symptome. Im Fall einer Schwangerschaft kann diese für die Mutter eigentlich unbedenkliche Infektion jedoch schwerwiegende Folgen für das Ungeborene haben. Zu den möglichen, wenngleich seltenen Folgen zählt die Frühgeburt oder im späteren Kindheitsverlauf auftretende Epilepsie, sowie Schäden von Gehirn, Leber oder Augen des Kindes. Hatte die Mutter im Verlauf ihres bisherigen Lebens bereits eine Toxoplasmose-Infektion, ist sie ein Leben lang immun gegenüber der Krankheit, da sich bereits Antikörper im Blut gebildet haben. Der Toxoplasmosetest kann hierüber bei einer Routineuntersuchung des Blutes Auskunft geben.
War die Schwangere noch nie infiziert (seronegativ) sollte in der Frühschwangerschaft ein Test durchgeführt und in den zwei weiteren Schwangerschaftsdritteln wiederholt werden. Bei einem positiven Befund kann die Übertragung des Erregers auf das Kind mittels Antibiotika behandelt werden.

Blutzuckerbelastungstest

Der Blutzuckerbelastungstest erfährt im Bereich der Geburtshilfe eine wachsende Bedeutung. Die Risiken und Folgen einer Zuckererkrankung in der Schwangerschaft (Gestations-Diabetes) für Mutter und Ungeborenes werden Dank wissenschaftlicher Erkenntnisse klar aufgezeigt. Trotz der belegten wachsenden Bedeutung des Tests und bekannt gemachten Forderungen des Verbandes niedergelassener Frauenärzte ist dieser leider nach wie vor nicht in in die Mutterschaftsrichtlinien aufgenommen worden.
Die „pathologische Glukosetoleranz“, also die Störung des Zuckerstoffwechsels, erfolgt in der Schwangerschaft symptomlos
und kann durch die regulären Untersuchungen (Zuckerwertuntersuchung des Urins) im Rahmen der Mutterschaftsvorsorge nicht erkannt werden.
Bei einem latent erhöhten Blutzuckerspiegel besteht jedoch ein deutlich gesteigertes Risiko für Fehlbildungen und Wachstumsstörungen des Ungeborenen. Auch die Gefahr einer Frühgeburt und in einzelnen Fällen des Versterbens des Embryos im Mutterleib ist durch eine Schwangerschafts-Diabetes signifikant größer. Für die Mutter besteht darüber hinaus eine höhere Gefährdung, im Laufe des weiteren Lebens an Diabetes zu erkranken.
Zur Feststellung einer gestörten Glukosetoleranz werden spezielle Belastungs- und Provokationstests durchgeführt. Hierzu wird der Patientin ein hochkonzentrierter Zuckertrunk gereicht und circa eine Stunde später der Blutzuckerspiegel analysiert und ausgewertet. Sollten die gefundenen Ergebnisse bestimmte Grenzwerte überschreiten, werden zur weiteren Behandlung Diabetes-Spezialisten zu der ärztlichen Betreuung des Frauenarztes hinzugezogen.
Die Durchführung dieses Tests zwischen der 20. und 28. Schwangerschaftswoche ist aus unserer Sicht sehr zu empfehlen.

AFP-Test

Dieser Test bestimmt die Werte des so genannten Alpha-Feto-Proteins im Blut der Schwangeren. Die so gewonnnen Werte lassen Rückschlüsse auf Risikolagen hinsichtlich möglicher Folgeschäden des Kindes zu.
So können erhöhte Protein-Werte im Blut Hinweise auf mögliche Fehlbildungen des zentralen Nervensystems und hier vor allem Neuralohr-Missbildungen (“offener Rücken“) sein. Die Feststellung erhöhter Laborwerte ist dabei keinesfalls gleichbedeutend mit einer abschließenden Diagnose, sondern ausschließlich Anlass zu weiteren, spezifizierten Untersuchungen.
Deutlich niedrigere Werte lassen demgegenüber Rückschlüsse auf Erbgutschäden des Kindes zu.

Ersttrimesterscreening

Das Ersttrimesterscreening ist eine Kombination aus einer biochemischen Analyse bestimmter Eiweißstoffe im Blut der Mutter und einer speziellen Ultraschalluntersuchung des Embryos und gehört daher in den nicht-invasiven Bereich der Pränataldiagnostik.
Die Kombination eröffnet die Möglichkeit zur Früherkennung von Entwicklungsstörungen beim Fötus.
Im Vordergrund steht hierbei die Feststellung einer fetalen Chromosomenabberation; des so genannten „Down-Syndroms“ (Trisomie 21).
Hierzu werden zwei Schwangerschaftshormone (ß-hCG und PAPP-A) in dem Blut der Mutter analysiert, während parallel eine Ultraschalluntersuchung der Nackentransparenz (NT), auch als Nackenfalte oder Nackenödem bezeichnet, des Fötus durchgeführt wird.
Durch die Auswertung aller Ergebnisse der Blutuntersuchung, der Ultraschalldaten und dem Alter der Mutter lässt sich eine individualisierte Gesamtrisikobestimmung anfertigen.Die Treffsicherheit dieser Form der Pränataldiagnostik, die bereits zwischen der 12 und 14 Woche, also dem Ende des ersten Drittels der Schwangerschaft durchgeführt wird, liegt bei 90%.